Mediation ist ein Verfahren zur Streitschlichtung, das nach festgelegten Regeln abläuft. Konflikte können damit gewaltfrei gelöst werden. Ziel der Mediation ist es, dass die Konfliktparteien, unterstützt von ausgebildeten Streitschlichtern, eine einvernehmliche Lösung für ihr Problem finden, die den Bedürfnissen aller am Streit beteiligten Personen gerecht wird.

 

In der Mediations-AG, die es an der Grundschule Gartenheimstraße seit dem Schuljahr 2003/04 gibt, werden Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen zu Streitschlichtern ausgebildet.

 

Die Ausbildung der Streitschlichter-Kinder sowie die Betreuung der fertig ausgebildeten Streitschlichterinnen und Streitschlichter erfolgt durch Lehrerinnen unserer Schule, die eine Fortbildung zur Schulmediatorin absolviert haben. Diese Lehrkräfte führen, nach vorheriger Terminabsprache, auch selbst Mediationsgespräche durch.

 

Ansprechpartnerin ist zurzeit Frau Fricke.

 

Die Dauer der Ausbildung der Streitschlichter-Kinder erstreckt sich über ein Jahr. Während dieser Zeit werden die angehenden Streitschlichterinnen und Streitschlichter in zwei Unterrichtsstunden pro Woche zunächst dafür sensibilisiert, wie Konflikte entstehen, welchen Stellenwert individuelle Gefühle und Bedürfnisse für ein soziales Miteinander haben und wie Kommunikation auf verbaler und nonverbaler Ebene abläuft.

 

Die Schülerinnen und Schüler erlernen bestimmte Gesprächstechniken, die es ihnen ermöglichen, in Konfliktsituationen deeskalierend einzugreifen und Mediationsgespräche erfolgreich zu führen. In Rollenspielen werden Konfliktsituationen dargestellt, die sich in ähnlicher Form in der Lebenswirklichkeit der Kinder ereignen könnten. Anhand dieser simulierten Situationen wird der komplette Ablauf der Mediation realitätsnah eingeübt.

 

Wenn die Kinder hinreichend Sicherheit bei der Streitschlichtung im Rollenspiel gewonnen haben, stellen sie sich ihren Mitschülerinnen und Mitschülern als ausgebildete Streitschlichterinnen und Streitschlichter zur Verfügung. Sie können dann in den großen Pausen auf dem Schulhof, wo sie ein rotes oder grünes Band als Erkennungszeichen tragen, von Kindern, die Hilfe benötigen, um Unterstützung bei der Streitschlichtung gebeten werden. Der Streit wird dann, je nach Situation, auf dem Schulhof oder im separaten Mediationsraum geklärt.

 

In der letzten Phase der Streitschlichterausbildung, wenn die Kinder bereits als Streitschlichterinnen und Streitschlichter auf dem Schulhof aktiv sind, kommt die Gruppe weiterhin wöchentlich zusammen, um die auf dem Schulhof gemachten Erfahrungen zu reflektieren und die vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten in weiteren Rollenspielen zu vertiefen.

 

Nach Abschluss der Ausbildung nehmen die Streitschlichterinnen und Streitschlichter ihre Aufgaben auf dem Pausenhof nach einem gemeinsam festgelegten Plan weitgehend eigenverantwortlich wahr.